Schweizer Bankgeheimnis – Informationen

Anleger, die ihr Vermögen auf Konten bei einer Schweizer Bank angelegt haben, können sich besonders auf das Schweizer Bankgeheimnis verlassen. In der Schweiz ist das Bankgeheimnis in Artikel 47 des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen festgelegt. Es handelt sich um ein Berufsgeheimnis, was bedeutet, dass alle Mitarbeiter einer Bank in der Schweiz, aber auch ihre Organe, alle Beauftragten und Liquidatoren der Bank, Beauftragte der Bankenkommission oder Angestellte einer anerkannten Revisionsstelle dem Schweizer Bankgeheimnis unterliegen. Somit kann sich jeder Kontoinhaber eines Schweizer Bankkontos sicher sein, dass seine ökonomische Privatsphäre geschützt wird und die kontoführende Bank Verschwiegenheit über seine Bankkonten wahrt. Da durch das Schweizer Bankgeheimnis vor allem der Bankkunde und nicht die Bank geschützt wird, sprechen die Schweizer Bankiers von dem Schweizer Bankkundengeheimnis.

Schon seit vielen Jahren legen Anleger aus aller Welt einen Teil ihres Vermögens auf einem Bankkonto in der Schweiz an. Es begann schon im Ersten Weltkrieg, dass europäische Anleger ihr Vermögen in die Schweiz transferierten, weil die politische Stabilität in den andere Staaten Europas nicht mehr gegeben war. Daraufhin stellte vor allem die deutsche Regierung diesen Kapitalexport unter Strafe und verfolgte Bankkunden, die ihr Geld in die Schweiz überwiesen, strafrechtlich. Um die Bankkunden zu schützen, beschloss die Schweiz eine Stärkung des Bankgeheimnisses, das bis dahin noch nicht in einem Gesetz festgelegt war. Stattdessen schützten die Schweizer Banken ihre Kunden aufgrund des Persönlichkeitsrechtes, welches im Zivilgesetzbuch festgelegt war. Dieses Persönlichkeitsrecht diente als Basis für die Erstellung des Schweizer Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen, das im Jahr 1934 in Kraft trat. Verstößt ein Bankangestellter gegen das Bankgeheimnis, stellt dies nach Schweizer Recht ein Offizialdelikt dar, das von der Polizei oder von richterlichen Behörden strafrechtlich verfolgt wird. Dabei spielt es eine Rolle, ob der Bankangestellte, der das Schweizer Bankgeheimnis verletzt hat, vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Bei einer fahrlässigen Verletzung des Schweizer Bankgeheimnisses ist eine Geldstrafe von bis zu 250.000,00 Schweizer Franken fällig, bei einem vorsätzlichen Vergehen kann es entweder zu einer Geldstrafe oder auch zu einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren kommen. Außerdem muss die Bank, bei der der verurteilte Bankangestellte beschäftigt war, Schadensersatz leisten.

Es gibt einige wenige Ausnahmen, unter denen das Schweizer Bankgeheimnis aufgehoben wird. Dazu zählt zum Beispiel die Auskunftspflicht gegen Erben, die über die finanziellen Verhältnisse des Erblassers informiert werden müssen. Auch Eheleute können durch einen Gerichtsbeschluss erzwingen, dass sie Auskunft über die Bankkonten ihres Ehepartners erhalten. Schweizer Gerichte können eine Bank auch zwingen, in einem Strafprozess als Zeugen auszusagen. In diesem Fall wird das Bankgeheimnis ebenfalls aufgehoben, damit ein Mitarbeiter der Bank eine Aussage vor Gericht machen kann. Auch bei Kunden, gegen die eine Zwangsvollstreckung betrieben wird, ist das Schweizer Bankgeheimnis aufgehoben, um den Schweizer Betreibungsämtern und Konkursämtern Auskunft geben zu können.

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